Geistliche Begleitung

Geistliche Begleitung
ist ein Dienst der Kirche am einzelnen Menschen. Sie hilft, dass ein Christ in seiner Beziehung zu Gott wachsen kann und unterstützt ihn auf seinem Lebensweg. Alle Themen und Fragen, die damit zusammenhängen, können in der Geistlichen Begleitung zur Sprache kommen. Dazu trifft sich der Einzelne in vereinbarten regelmäßigen Abständen mit einem Begleiter/einer Begleiterin. Geistliche Begleitung ist nicht gleichzusetzen mit Glaubensunterweisung, Therapie, Supervision oder Beichte.

Geistliche Begleiter/-innen
sind Christinnen und Christen, die selbst auf einem geistlichen Weg sind, auf dem sie sich begleiten lassen. Meist sind sie durch eine Ausbildung qualifiziert, oft von ihrer Diözese oder ihrer kirchlichen Gemeinschaft beauftragt. Die Namen von Personen, die geistliche Begleitung anbieten, bekommen Sie in der Regel von einem Exerzitienreferat in Ihrer Nähe.

Themen
der Geistlichen Begleitung sind die Erfahrungen und Fragen, die der Einzelne in einem bestimmten Zeitabschnitt macht und die er von sich aus in das Gespräch einbringt.
Dies können zum Beispiel sein: Erfahrungen mit Gott und meinem Gebet; wichtige Beziehungen meines Lebens; Entscheidungen und Veränderungen, die anstehen; Alltagsereignisse, die ich mit Hilfe von Gottes Wort deuten möchte; Gefühle, Gedanken und Regungen, die ich besser verstehen will; Prioritäten, die ich setzen will.

Vereinbarungen
geben der Geistlichen Begleitung einen verlässlichen Rahmen. Die Entscheidung für eine/n bestimmte/n Begleiter/in wird meist nach einem Vorgespräch getroffen, in dem ein Kennenlernen möglich ist, sowie Fragen und Erwartungen geklärt werden können.
Zu Beginn eines Begleitprozesses wird gemeinsam festgelegt, wie lange die Begleitung gehen soll, in welchen Zeitabschnitten die Gespräche stattfinden und wie lange ein Begleitgespräch dauert.
Bewährt haben sich ...

  • Begleitprozesse, die ein Jahr lang dauern und danach gegebenenfalls verlängert werden,
  • Begleittreffen in einem Zeitabstand von vier bis sechs Wochen, Gespräche mit einer Dauer von ca. einer Stunde.

Verschwiegenheit und Diskretion werden vom Begleiter garantiert. So kann eine Atmosphäre des Vertrauens entstehen.

Kosten für Geistliche Begleitung fallen in der Regel nicht an, es sei denn im Einzelfall werden andere Vereinbarungen getroffen.

Wie „fromm“ muss ich für Geistliche Begleitung sein?

Sie haben den Wunsch, sich auf einen persönlichen geistlichen Weg einzulassen? Dazu müssen Sie nichts können oder wissen. Aber vielleicht ist ein wenig Sehnsucht in Ihnen da ... Das genügt für den Anfang.

Wie finde ich für mich den richtigen Begleiter?

Manchmal braucht es dazu mehrere Anläufe oder längere Zeit - lassen Sie sich also nicht entmutigen. Ein erster Schritt könnte zum Beispiel sein, in Ihrem Bekanntenkreis zu fragen, ob jemand mit einem/r Begleiter/in gute Erfahrungen gemacht hat. Vielleicht kennen Sie schon Begleiter/innen von Exerzitien oder anderen Kursen. Gerne helfen Ihnen auch die Exerzitienreferate der Bistümer bei der Suche nach geeigneten Personen.

Wie beginnt Geistliche Begleitung?

Per Telefon, Mail oder Brief haben Sie mit Ihrem eventuellen Begleiter Kontakt aufgenommen. Vermutlich wird er Sie zu einem unverbindlichen Vorgespräch einladen. Dabei können Sie sich gegenseitig kennen lernen. Sie erzählen, warum Sie Begleitung für sich wünschen, Ihr Begleiter erzählt, wie Begleitung bei ihm abläuft. Fühlen Sie sich nach dem Gespräch frei, ob Sie zu diesem Begleiter gehen möchten oder nicht. Auch Ihr Begleiter entscheidet ebenso frei.

Was mache ich, wenn ich merke, dass ich über ein bestimmtes Thema nicht reden will?

Das kann durchaus vorkommen. Und die Gründe dafür können ganz verschieden sein. Kein Begleiter wird Sie zwingen, zu einem bestimmten Thema zu sprechen. Manchmal hilft es, sich selbst zu fragen, woran es liegt: Liegt es am Begleiter, ist es ein Thema, für das ich noch etwas Mut brauche,...?

Wie endet Geistliche Begleitung?

Sie haben sich frei für Geistliche Begleitung entschieden. Deshalb sind Sie natürlich auch frei, Ihre Begleitung zu beenden. Meistens wird eine Begleitung für einen bestimmten Zeitraum vereinbart. Das ist dann ein guter Anlass, darüber nachzudenken, ob es weitergehen soll oder ob der Zeitpunkt dafür gekommen ist, die Begleitung zu beenden.

Was habe ich davon, wenn ich zur Geistlichen Begleitung gehe? Was ändert sich dadurch?

Darauf würde vermutlich jeder etwas anderes antworten. Allgemein formuliert lässt sich vielleicht sagen: Sie werden aufmerksamer für das, was Sie trägt und hält, was sie glauben und erhoffen. Ihr Leben kann bewusster werden, Ihre innere „Lebenslandschaft“ klarer. Sie sind nicht alleine unterwegs. Sie werden auf Gottes Spuren in Ihrem Alltag aufmerksam.

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